13. März 1903 Der Löschzug Heide wird gegründet.
Erster Löschzugführer wird der Bergwerksdirektor Tanzeglock. Das erste Einsatzfahrzeug ist ein Mannschaftswagen mit Pferdebespannung.

 

1905 Erster Großeinsatz für den Löschzug. Es brennt in der Bäckerei Oberste Schemann, und ein Brand im städtischen Armenhaus, der sog. "Bockhalle"

 

1914 Bezug des neuen Gerätehauses, in dem sich der Löschzug auch heute noch befindet.

 

1933 Neuer Löschzugführer wird der Betriebsführer der Zeche Centrum H.Birkenfeld.

 

 

 

1945 Dritter Löschzugführer wird P.Sandmann nach Ende des Krieges.

 

 

 

1955 Der nächste Löschzugführer tritt sein Amt an. 
Es ist Erich Dohmann.

 

 


1964 Übergabe eines neuen Löschgruppenfahrzeugs LF 8 an die Mannschaft des Löschzuges.

Bis 1970 erhält der Löschzug weitere Fahrzeuge: 3 x TLF 8; 1 x TLF 16 und 1 x HRW.

1969 Der neue Löschzugführer ist Helmut Flucks.

1972 Großbrand bei der Firma Steilmann in der Burgstraße.

1975 Die Stadt Wattenscheid wird eingemeindet. Dadurch ergibt sich eine Erweiterung des Einsatzgebietes auf das gesamte Stadtgebiet Bochum.

 1976 Der neue Löschzugführer wird Hans Morawietz.

1976 Brand im Großlager Nürnberger Bund an der Hansastr.

 

1981 Übergabe eines neuen Löschgruppenfahrzeugs LF 16 TS und Erweiterung des Gerätehauses und der KFZ-Halle.

1982 Im Rahmen überregionaler Hilfe fährt der Löschzug zu einem Großeinsatz bei den Chemischen Werken HÜLS AG in Herne. Es brennt ein Großtank mit 10 Mio. Litern Alkohol.

1984 Erster Spatenstich zur Erweiterung des Gerätehauses. Ein Schulungs- und Aufenthaltsraum entsteht.

 

1988 Der Löschzug erhält einen Rüstwagen RW 1. Die alten Katastrophenschutz-Fahrzeuge werden außer Dienst gestellt.
Durch Eigenarbeit der Kameraden wird ein altes LF 8 Opel Blitz (Foto) restauriert und durch den Löschzug dem Feuerwehrmuseum der Bochumer Partnerstadt Sheffield überbracht.

 

1991 Zwei weitere neue Fahrzeuge, ein LF 16 TS und ein LF 8 Tank, gehen an den Löschzug und der neue Löschzugführer heißt Detlev Leschek.

 

1992 Der Löschzug wird als Sondereinsatzgruppe AB-Logistik-Rettung ausgebildet. 

 

 

1998 Feuer in einem Einfamilienhaus in der Von-der-Recke-Straße mit 8 Toten.

 2003 Der Löschzug Heide feiert sein 100-Jähriges Bestehen. Unsere neue Löschzugführung auf der Heide besteht aus Klaus Echternach (LZF) und Stefan Sackers (Stellv.)

 

 

Man schrieb das Datum 13. März 1903, als der Löschzug Heide im Lokal Meier an der Bochumer Straße gegründet wurde. Damals fiel dem Kommerzienrat Victor auf: Die östlichen Stadtteile werden immer dichter bebaut, aber ausreichender Feuerschutz ist nicht vorhanden. Ein eigener Löschzug mußte her, zumal ein Betrieb besonders gefährdet war: die Zeche Centrum.

Auf der Gründungsversammlung am 13. März 1903 nahmen stadtbekannte Persönlichkeiten teil. Bergwerksinspektor Tanzeglock und der Standesbeamte Berg erklärten spontan ihren Beitritt. Ebenfalls nicht zurückstehen wollten die Herren: Grimm, Biebach, Deiners, Hölscher, Kubiak, Köhn, Krause, Löbbert, May, Meier, Niemann und Röhrig. Alle einigten sich auf den Betriebsleiter Tanzeglock als Löschzugführer. Doch die Finanzen waren schon damals knapp. Die Zeche Centrum sprang hilfreich ein. Sie half bei der Anschaffung von Geräten, z.B. dem ersten großen Geschenk, einem Mannschaftswagen, für den sie sogar die Pferdebespannung lieferte. Der Löschzug etablierte sich - zusammen mit der Polizei - im Gebäude an der Bochumer Straße, wo er heute noch beheimatet ist.

Wie gut die technische Ausbildung bereits in den ersten Jahren war, konnten die Männer von der Heide zeigen, als 1905 ein großer Brand in der Bäckerei Oberste-Schemann, Hammer Straße ausbrach. Die Löschzüge I und II (WAT-Mitte und Heide) waren organisatorisch immer eng verbunden, denn die Führung beider Züge lag in einer Hand. Tanzeglock, inzwischen Oberbrandmeister, war über die Grenzen der Stadt Wattenscheid geschätzt, nicht zuletzt wegen seiner umfangreichen theoretischen Kenntnisse.

Weitere große Brände in dieser Zeit, bei denen die Heider Kameraden ausrückten, waren: “Bockhalle” Bochumer Straße, Städt. Armenhaus an der Hammer Straße und die Bürstenfabrik Samuelsdorf.

1914 ließ die Stadt Wattenscheid das Gerätehaus modernisieren. Denn, so sehr die Feuerwehr gebraucht wurde, so sehr wurden - wie heute - die anfallenden Kosten für Umbau und Renovierung gescheut. Und damals wie heute muß schon jeder Kamerad selbst mit anfassen.

Im Jahre 1933 übernahm Brandmeister Birkenfeld die Aufgabe, den Löschzug Heide zu leiten. Er war es auch, der mit Brandmeister Hartweg die Wehrnach dem Kriege wieder neu aufbauen mußte. Wiederum sprang die Zeche Centrum hilfreich ein und beschaffte neue Geräte. Aus der Mannschaft tat sich ein neuer Mann hervor: Paul Sandmann. Als Feuerwehrmannanwärter hatte er angefangen. Seine Fähigkeiten ließen ihn bis zum Oberbrandmeister aufrüc­ken. Nachdrücklich setzte er sich dafür ein, den hohen technischen Stand des Löschzuges Heide zu erhalten. Er arbeitete bis zum Pensionsalter.

 Am 19. August 1955 trat sein langjähriger Vertreter Erich Dohmann die Nachfol­ge an. Zum Stellvertreter rückte Oberfeuerwehrmann Helmut Flucks auf. Unter dieser Leitung entwickelte sich der Löschzug rasch weiter. Zu erwähnen sind besonders die Kame­raden Johannes Hehrs (Unter­brandmeister) und Josef Kriesten (Brandmeister). Der technische Fortschritt hatte na­türlich auch schon längst bei der Feu­erwehr Einzug gehalten. Im Gerätehaus standen keine pferdegezogenen Mannschafts- und Leiterwagen mehr, sondern mehr oder weniger moderne Kraftfahrzeuge; die Pickelhauben mußten dem praktischen Stahlhelmen weichen und auch für den Hornisten gab es keine Ar­beit mehr. Seine Aufgabe erfüllten Sirenen. Die bishe­rige Unterkunft an der Bochumer Straße wurde erneut um­gebaut und es entstand ein Schulungsraum mit Toilet­ten und Waschgelegenheit. Denn ohne theoretisches Wissen der Feuerwehrleute kann kein noch so gut aus­gerüsteter Zug effektiv ar­beiten.

Im Jahre 1964 stellte die Stadt Wattenscheid den ,Freiwilligen‘ von der Heide ein neues Löschgruppen­fahrzeug, LF 8, zur Verfü­gung. Lange hatte man dar­auf gewartet, jetzt war es endlich da. Später kamen noch einige Fahrzeuge des erweiterten Katastrophenschutzes dazu, die eine sinn­volle Ergänzung bildeten. Dabei handelte es sich um folgende Lösch- und Hilfe­leistungsfahrzeuge: 3 TLF 8, 1 TLF 16 und 1 HRW. Die  harte  Arbeit,  die Brandmeister Flucks begon­nen hatte, setzte er als Löschzugführer fort; denn 1969 löste er Erich Dohmann in der Führung der Heider Feuerwehr ab. Erich Dohmann, mittlerwei­le 65 Jahre alt, konnte in die Alters- und Ehrenabteilung eintreten.

 In den folgenden Jahren stand die Aus- und Weiterbildung, die den guten Ruf des Zuges begründet hat, im Vordergrund. Der Rote Hahn gab dem Löschzug leider oft die Gelegenheit, Einsatzstärke und Einsatzbereitschaft zu zeigen. Der Großbrand der Firma Steilmann z.B. verlangte in dieser Zeit ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit und Durchhaltevermögen. Die ständige Bereitschaft auszuhelfen, und auch einmal selbständig ,seinen Mann zu stehen‘, haben es zu einem sehr guten Verhältnis zwischen der Heider Wehr und der Stammannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Wattenscheid kommen lassen. In der mühevollen Arbeit unterstützten den Löschzugführer die Brandmeister Hans Morawietz und Wolfgang Flucks.

Die Heider stellten mit ihrem Oberbrandmeister Helmut Flucks auch kurzfristig den stellvertreten­den Stadtbrandmeister der Stadt Wattenscheid und nach der Eingemeindung zur Stadt Bochum auch den Sprecher der Wattenscheider Löschzüge.

Die Eingemeindung brachte einige Veränderungen für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wattenscheid - auch personell. Im Alter von 50 Jahren legte der verdiente Kamerad Helmut Flucks sein Amt ,mit einem lachenden und einem weinenden Auge‘ nieder. Der Nachwuchs erhielt eine Chance. Die Leitung des Zuges übernahm der bisherige Stellvertreter Hans Morawietz im Jahre 1976. Die Arbeit ging weiter, der Rote Hahn fragt nicht nach personellen Veränderungen. Man konzentrierte sich auf die Atemschutz- und Maschinistenausbildung.

Auch nach der Eingemeindung zeigte sich die Wichtigkeit der Freiwilligen Feuerwehr. Denn obwohl Bochum als Großstadt über eine Berufsfeuerwehr verfügt, heulte die Sirene allzu oft. Egal ob Tag oder Nacht - der Löschzug Heide war zur Stelle. Zum Beispiel beim Brand des ,Nürnberger Bundes‘, wo die Wehr tagelang im vollen Einsatz war. Weniger spektakulär verlief die Routinearbeit: Sturm- und Wasserschäden, Kleinbrände und Wachbesetzungen. Von der Öffentlichkeit kaum bemerkt, aber dennoch unverzichtbar. Aber auch bei dramatischen Einsätzen standen die Kameraden von der Heide ihren Mann. Unter anderem bei einer Gasexplosion Im Prattwinkel, wo ein Einfamilienhaus zerstört und der ganze Straßenzug schwer beschädigt wurde. Dieses Unglück kostete vier Menschen das Leben. Besonders hier profitierte der Löschzug von seiner guten Ausbildung in technischer Hilfe und von seinem Hilfs-Rüstwagen (HRW)

Zwischen den Einsätzen ist das Feuerwehrleben durch Aus- und Weiterbildung an den Dienstabenden an jedem Freitag geprägt. Drei Atemschutzgerätewarte sorgen im Löschzug dafür,daß die Geräte ständig geprüft und die Geräteträger kontinuierlich weitergebildet werden. Dies geschieht sowohl durch Unterricht im Schulungsraum, als auch durch die regelmäßige Begehung der Übungsstrecke.

Auch personelle Umbesetzungen wurden zuweilen erforderlich. Als 1980 der bisherige stellvertretende Löschzugführer, Oberbrandmeister Klaus Flucks, zum Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Bochum gewählt wurde, trat Oberbrandmeister Günther Arens an seine Stelle. In dieser Zeit kamen die frischgebackenen Brandmeister Klaus Echternach und Peter Proschek von der Landesfeuerwehrschule in Münster zurück und füllten die entstandenen Lücken in der Führung auf.

Als Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit wurde dem LZ Heide 1981 ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 16 TS übergeben. Durch den regen Zulauf an Feuerwehrkameraden und Erweiterung des Fuhrparks, wurde erneut der Gedanke wach, Schulungsräume und Kfz-Halle zu erweitern. Erste Pläne wurden durch Mitglieder des Löschzuges erstellt.

In den folgenden Jahren wurde die Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehr dadurch verbessert, daß man Einsatzbereitschaften bildete, die über Funkmeldeempfänger (Piepser) alarmiert werden können. Einer dieser Einsätze war der Brand eines Tanks mit zehn Millionen Litern Alkohol bei der Firma CWH in Marl-Hüls.

Aber nicht nur bei Übungen und Einsätzen war der LZ 14 erfolgreich, auch auf der sportlichen Seite hatten die Heider Jungens einiges zu bieten. Aus den Hallenfußballturnieren der Freiwilligen Feuerwehr Bochum gingen sie 1984 und 1985 als Sieger hervor.

Im Jahre 1983 trugen die Bemühungen des Löschzuges um eine Erweiterung des Gerätehauses Früchte. Im Gespräch mit ortsansässigen Politikern konnte die Notwendigkeit eines Neubaues aufgezeigt werden. Der Weg der Baupläne und des Bauantrages war zwar beschwerlich, aber Anfang 1984 erfolgte ein positiver Bescheid seitens der Stadt. Am 23. Juni 1984 gab es einen Grund zu Feiern: Der erste Spatenstich wurde von Oberbürgermeister Eickelbeck vorgenommen. Bei diesem ersten Bodenaushub unterstützten ihn tatkräftig Pfarrer Wiederhold, Stadtdirektor Barbonus, die Ratsherren Arns und Anders, sowie Bezirksvorsteher Thiemann. Nach den Abbrucharbeiten wurde im Oktober 1984 der erste Baustein gesetzt und im Dezember konnte Richtfest gefeiert werden. Für die Mannen um Löschzugführer Morawietz eine willkommene Unterbrechung der bis dahin geleiste­ten umfangreichen Arbeiten, zu der sich der Löschzug verpflichtet hatte. Es folgte der lnnenausbau, der unter der Regie des “Bauleiters” Oberbrandmeister Günther Arens, fast ausschließlich von den Kameraden bewerkstelligt wurde. Am 30. April 1985 konnte die feierliche Schlüsselübergabe erfolgen, die in einem geselligen Beisammensein endete.

Im Jahre 1986 verließ dann Günther Arens den Löschzug und der damalige Unterbrandmeister Detlef Leschek wurde von der Versammlung zu seinem Nachfol­ger als stellvertretender Löschzugführer gewählt.

Der bisherige Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Klaus Flucks wurde 1987 nach sechs Amtsjahren durch den Kameraden Lückert aus dem Löschzug Langendreer Alter Bahnhof abgelöst. Klaus Flucks wurde zum Feuerwehrarzt der Feuerwehr Bochum ernannt. Seine Aufgaben erstrecken sich nun über die Beratung bei der Anschaffung von Rettungsgeräten, Aufbau und Optimierung von Rettungssystemen und Behandlung verletzter Feuerwehrleute bei Großeinsätzen.

Mitte des Jahres 1988 kam zum ersten mal die Idee auf, den Samstag der Einsatzbereitsschaftswoche mit einem 24-Stunden Dienst zu verbinden. Dabei wurde mit der Berufsfeuerwehr vereinbart, den Löschzug Heide direkt mit der Wache V (Wattenscheid) zu alarmieren. Es kam zwar dabei zu keinem Einsatz, doch festigte diese Aktion die Kameradschaft. Seitdem ist es üblich, mindestens einmal im Jahr eine 24-Stunden Bereitschaft durchzuführen.

Am 1. Juli des Jahres wurde Detlev Lescheck, nach bestandenem Lehrgang, zum Brandmeister ernannt. Auch der Fahrzeugpark wurde im Herbst des Jahres erweitert. Der Löschzug erhielt vom Katastrophenschutz einen Rüstwagen RW1 auf Unimog-Fahrgestell. Dafür mußten allerdings der alte HRW und alle TLF 8 abgegeben werden, da die Reparaturkosten inzwischen erheblich waren.

Auf der Jahreshauptversammlung 1990 wurden einige besondere Ehrungen durchgeführt. Allen voran die Ernennung unseres ältesten Kameraden, Hans Hehrs, zum Ehren-Unterbrandmeister. Weiterhin wurde dem Unterbrandmeister Kurt Stoepel für seine 25-jährige Arbeit als Kassierer besonders gedankt. Auch noch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst betraute er das Amt bis zu seinem plötzlichen Tod. Die beiden Brandmeister Klaus Echternach und Detlev Lescheck wurden zu Oberbrandmeistern befördert.

Das Jahr 1991 brachte wieder einen gravierenden Wechsel in der Führung. Hans Morawietz mußte plötzlich aus persönlichen Gründen den Dienst bei der Feuerwehr aufgeben. Bei der Anhörung der Wehr - nach FSHG - schlug die Mannschaft den stellvertretenden Löschzugführer Detlev Lescheck zum neuen Löschzugführer vor. Seinen Platz als Stellvertreter sollte Klaus Echternach einnehmen. Am 12. Januar fand dann die feierliche Verabschiedung des Löschzugführers statt. Gleichzeitig wurde auch die neue Führung des Löschzuges von Herrn Oberbrandrat Hagebölling ernannt.

Im Laufe des Jahres erhielt der Löschzug zwei neue Fahrzeuge. Zum einen stellte der Bund ein weiteres LF 16 TS zur Verfügung und zum anderen übergab die Stadt ein neues LF 8 TANK. Dies war auch unbedingt nötig, da seit über einem Jahr ein ausgedientes TLF 16/25 der Berufsfeuerwehr das alte LF 8 ersetzen mußte. Das neue Fahrzeug war das erste seiner Art mit eingebautem Wassertank. Beide Fahrzeuge wurden in einer Feierstunde am Tag der offenen Tür am Gerätehaus ökumenisch geweiht. Das alte LF 8 wurde nach intensiver Restaurierung durch einige fleißige Kameraden nach Sheffield ins Feuerwehrmuseum überführt. Die Überfahrt und Übergabe ist für einige Kameraden unvergeßlich.

Andreas Todorski hatte die Ehre, als einer der ersten freiwilligen Kameraden, einen Lehrgang für Drehleitermaschinisten in Münster zu absolvieren. In den folgenden Jahren wurden auch auf kommunaler Ebene Lehrgänge zum Drehleitermaschinisten angeboten, um bei einer Wachbesetzung durch die Freiwilligen auch qualifiziertes Personal für die Drehleiter zur Verfügung zu haben. Deshalb wurden nach und nach insgesamt fünf Kameraden entsprechend Ausgebildet.

Um dem wachsenden Löschzug geeignete Gruppenführer zu geben wurde Martin Spanke zum Gruppenführerlehrgang entsandt. Im Januar 1992 wurde er dann zum Brandmeister befördert. Stefan Sackers tat es Ihm im Jahre 1995 gleich, so wie Wolfgang Beil, der im folgenden Jahr als Gruppenführer aus Münster zurückkehrte.

Die Anforderungen an die Feuerwehr wachsen immer weiter. So kam es, daß der Löschzug Heide zu einer Sondereinsatzgruppe ausgebildet wurde. Bei Schadenslagen mit vielen Verletzten (MANV) hat die Sondereinsatzgruppe die Aufgabe, die Verletztensammelstelle mit dem Containerfahrzeug AB Logistik-R aufzubauen. Der erste Einsatz mit diesem Gerät war ein kostenloses Konzert der Kelly-Family auf dem Kirmesplatz an der Castroper Strasse. Zahlreiche Teenies mußten wegen Kreislaufschwäche betreut werden. Außerdem wurde die SEG mit dem Containerfahrzeug schon zweimal nach Gelsenkirchen gerufen. Aber weder das Explosionsunglück am 26.02.2002, noch der Dachstuhlbrand eines Krankenhauses am 21.06.2002 machten es notwendig, tatsächlich Verletzte in dem Zelt zu behandeln. Dennoch stand alles für einen sofortigen Einsatz an den Schadenstellen Bereit. Die regelmäßige Schulung der Maschinisten auf den Wechsellader-Fahrzeugen gehört zwingend mit zu dem Gesamtkonzept, damit der Abrollbehälter Logistik-R auch zum Einsatzort gebracht werden kann. Alle Kameraden mit der entsprechenden Fahrerlaubnis sind durch die Fahrlehrer der Berufsfeuerwehr auf den WLF‘s geschult und geprüft worden. 

Im Jahr 1997 hat wohl einer der schlimmsten Einsätze die Kameraden des LZ Heide um den Nachtschlaf gebracht. Im Stadtteil Bochum-Hamme stand ein Wohnhaus im Vollbrand. Insgesamt waren über 130 Kräfte der Feuerwehr im Einsatz. Durch das späte Entdecken der Flammen konnten achten Menschen nicht mehr gerettet werden.

Seit 1999 präsentiert sich unser Zug auch im Internet. Alle aktuellen Informationen rund um den Löschzug Heide werden regelmäßig eingepflegt und unter der Adresse www.löschzug-heide.de präsentiert. Berichte über Einsätze, Öffentlichkeitsarbeit und andere interessante Daten und Fakten können hier von jedem im weltweiten Netz eingesehen werden.

So gab es schon einiges von spektakulären Einsätzen in der letzten Zeit zu Berichten, bei denen auch der Löschzug Heide eingesetzt wurde:

Großbrand bei der Firma EBG (ehemals Stahlwerke Bochum)

Großbrand auf dem Gelände der Firma Thyssen/Krupp, bei dem eingelagerte Teile des “Planet of Vision” vor den Flammen gerettet wurden

sowie viele weitere Einsätze bei Sturm-, Wasser- und Brandschäden

Ein Blick auf unsere Seite lohnt sich immer!

Natürlich besteht das Löschzug-Leben nicht nur aus Dienst und Einsatz. Auch eine gemeinsame, aktive Freizeitgestaltung gehört für viele Kameraden dazu. Mindestens einmal im Jahr findet ein Segeltörn statt. Die Motorradfahrer unter uns treffen sich häufig zu gemeinsamen Touren. Und sportlich gibt man sich bei gelegentlichen Hallen-Fußballspielen.

Nachdem Detlev Lescheck sein Amt aus persönlichen Gründen zur Verfügung stellen mußte, trat Klaus Echternach am 1. Mai 2001 seine Nachfolge als Löschzugführer an. Stefan Sackers wurde zum Stellvertreter gewählt.

Beide haben im Jahr 2002 erfolgreich den Zugführerlehrgang am Institut der Feuerwehr (früher Landesfeuerwehrschule) absolviert und wurden zum Brandinspektor befördert. In den Führungskreis rückte auch der Kamerad Klaus Konietzko auf, der nach bestandener Gruppenführerprüfung zum Brandmeister befördert worden ist.

Die Neustrukturierung der Feuerwehr Bochum brachte einige Veränderungen mit sich. So wurden die Wachen der Berufsfeuerwehr von fünf auf drei Wachen reduziert. Die Freiwillige Feuerwehr wurde zunächst in vier Direktionsabschnitte (Nord, Süd, Ost und West) gegliedert. Im Laufe des Jahres 2002 wurde dieses auch Aufgehoben und die FF in drei Abschnitte aufgeteilt. Seither ist aus dem LZ 14 der LZ 12, der zweite Löschzug im Abschnitt 1, geworden. So schließt sich wieder der Kreis. Der Löschzug zwei in Wattenscheid zur Gründungszeit ist wieder der Löschzug zwei im Direktionsabschnitt 1 zum 100-Jährigen Jubiläum.